Was aus einer einzigen Frage wachsen kann

Seit heute und noch bis zum 15. November ist ein Herzensprojekt von mir unterstützbar, das eigentlich schon vor acht Jahren begonnen hat. Wenn ich diese Zahl selbst lese, muss ich ein wenig schmunzeln, denn acht Jahre klingen nach einem sehr durchdachten Plan, obwohl es in Wirklichkeit viel eher eine dieser Ideen war, die immer wieder auftauchen, zwischendurch leiser werden, sich verändern und trotzdem nie ganz verschwinden.

Manches braucht eben Zeit, den passenden Moment, Mut und eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen, bis aus einem Gedanken etwas wird, das man tatsächlich in den Händen halten kann. Bei meinem Projekt begann alles 2018 mit einzelnen Fragen, die ich mir in ein Notizheft geschrieben habe, ohne damals schon zu wissen was Jahre später einmal daraus entstehen würde.

Am Anfang standen einfach nur Fragen

Mich hat schon damals interessiert, welche Fragen Gespräche in eine Richtung bringen können, in die sie im Alltag oft nicht von selbst kommen, weil wir meist über das sprechen, was gerade ohnehin passiert, und dabei vieles andere gar nicht erst auftaucht.

Ich begann deshalb, Fragen aus Achtsamkeitsbüchern, Büchern über Persönlichkeitsentwicklung und Workshopmaterial zu sammeln, recherchierte immer weiter und achtete gleichzeitig darauf, welche davon bei mir selbst, oder in Gesprächen tatsächlich etwas auslösten.

Mit der Zeit kamen mehr als 100 Fragen zusammen.

Dabei habe ich gemerkt, dass nicht unbedingt die besonders ausgefallene oder komplizierte Frage die interessanteste ist, sondern häufig jene, bei der jemand einen Moment länger braucht, bevor eine Antwort kommt. Manchmal taucht dabei eine Erinnerung auf, manchmal verändert sich die Perspektive auf etwas und manchmal merkt man erst während des Erzählens, dass hinter der ersten spontanen Antwort noch ein ganz anderer Gedanke liegt.

Genau diese Momente interessieren mich bis heute, weil es nicht sofort eine große Erkenntnis benötigt, um etwas in Bewegung zu bringen.Manchmal reicht nämlich schon eine einzige Frage, damit ein Gespräch plötzlich eine Tiefe bekommt, mit der vorher niemand gerechnet hat.


2021 sollten es ein ganz anderen Projekts werden

Drei Jahre später war aus meiner Sammlung längst mehr geworden als ein paar Notizen in einem Heft. Gemeinsam mit zwei anderen selbstständigen Frauen habe ich 2021 aus den inzwischen mehr als 100 Fragen jene 50 ausgewählt, die für uns am stärksten waren.

Damals sollten sie allerdings noch gar kein eigenes Produkt werden, sondern Teil eines Arbeitsbuchs über achtsames Zeitmanagement sein, an dem ich zu dieser Zeit gearbeitet habe. Mir ging es dabei darum, genauer hinzuschauen, wofür wir unsere Zeit eigentlich verwenden, was uns wichtig ist und welche Dinge im Alltag möglicherweise immer wieder zu wenig Platz bekommen.

Dann wurde ich schwer krank und plötzlich gab es ganz andere Prioritäten.

Die Liste mit den Fragen landete irgendwo in einem Ordner, während mein Leben in eine Richtung ging, die ich so nicht geplant hatte. Dort blieb dort für mehr als zwei Jahre liegen. Die Idee war damit allerdings nicht verschwunden, sondern nur leiser geworden, weil zu diesem Zeitpunkt schlicht andere Dinge wichtiger / überlebensnotwendiger waren.


Aus dem Arbeitsbuch wurde ein eigenes Kartenset

2023 habe ich die Fragen wieder hervorgeholt und mit etwas Abstand gemerkt, dass sie das Arbeitsbuch vielleicht gar nicht brauchen, weil sie auch für sich allein funktionieren.

Ich konnte mir die Karten plötzlich beim ersten Date vorstellen, wenn man nicht den ganzen Abend bei den üblichen Fragen bleiben möchte, genauso wie bei Freund*innen, die man seit Jahren kennt und bei denen man trotzdem noch längst nicht alles voneinander weiß. Sie passen für mich an den Küchentisch mit der Familie, in ein Coaching oder Mentoring und genauso zu einem ruhigen Moment allein, in dem niemand auf eine schnelle Antwort wartet.

Gerade dieser Gedanke war mir wichtig, weil Reflexion nicht erst im Gespräch mit einem anderen Menschen beginnt. Manche Fragen bekommen sogar mehr Raum, wenn man sie einfach eine Weile mit sich herumträgt und nicht sofort wissen muss, welche Antwort am Ende dabei herauskommt.

Aus der alten Liste wurde deshalb ein eigenes Reflexionskartenset mit 50 Fragen aus fünf Kategorien: Surrounding, Passion, Emotions, Mindfulness und Mentality. Einige dieser Fragen haben inzwischen auch einen festen Platz in meinen Mentorings gefunden, weil dadurch etwas sichtbar wird, das vorher längst vorhanden war, aber noch keinen Namen oder keinen richtigen Platz bekommen hatte.

Der erste Versuch hat nicht funktioniert

2023 war das Kartenset schließlich schon einmal so weit, dass ich einen Probedruck in den Händen hielt und versuchte, die erste Auflage über ein Crowdfunding zu finanzieren.

Die Farben waren damals noch etwas anders, manche Details haben sich seitdem verändert und vor allem endete dieser erste Versuch nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte, denn das notwendige Mindestziel wurde nicht erreicht.

Natürlich war das enttäuschend, gerade weil zu diesem Zeitpunkt schon sehr viel Arbeit, Zeit und Hoffnung in dem Projekt steckten. Trotzdem hatte ich danach nie das Gefühl, dass die Idee deshalb falsch geworden war.

Ich wollte allerdings auch nicht sofort wieder von vorne beginnen, nur um mir zu beweisen, dass es beim zweiten Mal unbedingt funktionieren muss. Die Fragen haben mich weiter begleitet, einige davon wurden Teil meiner Arbeit und irgendwann merkte ich, dass ich dem Projekt noch einmal eine Chance geben möchte, diesmal allerdings mit mehr Erfahrung und unter anderen Bedingungen.

Rückblickend ist genau dieser Teil der Geschichte für mich inzwischen besonders wichtig, weil wir gute Ideen oft sehr schnell danach beurteilen, ob sie beim ersten Versuch funktionieren. Dabei kann ein Projekt beim ersten Anlauf scheitern, ohne dass deshalb automatisch die Idee dahinter gescheitert ist.

Manches braucht mehr Zeit, manches muss sich weiterentwickeln und manchmal fehlen beim ersten Versuch schlicht das Wissen, die Rahmenbedingungen oder Menschen, die einem dabei helfen, aus einer guten Idee einen tragfähigen nächsten Schritt zu machen.


Acht Jahre nach der ersten Frage versuche ich es noch einmal

Genau deshalb gehe ich heute, acht Jahre nachdem ich die erste Frage in mein Notizheft geschrieben habe, noch einmal mit diesem Projekt in ein Crowdfunding. Diesmal werde ich jedoch im Rahmen von sheBOOST begleitet und bereits die Vorbereitung hat sich dadurch deutlich anders angefühlt als beim ersten Versuch. Ich habe mehr Erfahrung, das Projekt selbst ist klarer geworden und gleichzeitig weiß ich inzwischen auch besser, dass man nicht jeden Teil eines solchen Prozesses kontrollieren kann.

Was ich tun kann, ist die Idee so gut wie möglich vorzubereiten, zu erklären, warum sie mir nach all den Jahren noch immer wichtig ist, und dann den nächsten Schritt zu gehen.

Dass nach acht Jahren tatsächlich Menschen dieses Kartenset in den Händen halten könnten, fühlt sich für mich deshalb nicht wie der Abschluss eines lange geplanten Projekts an, sondern eher wie der nächste Abschnitt einer Idee, die auf dem Weg mehrfach ihre Form verändert hat.


Vertrautheit bedeutet nicht automatisch, schon alles voneinander zu wissen

Je länger wir einen Menschen kennen, desto selbstverständlicher fühlt sich oft die Annahme an, bereits sehr viel über ihn zu wissen, weil wir gemeinsame Geschichten teilen, Veränderungen miterlebt haben und bei manchen Themen wahrscheinlich schon ziemlich gut einschätzen können, wie unser Gegenüber darauf reagieren wird. Trotzdem folgen unsere Gespräche meistens dem, was gerade ohnehin passiert.

Wir sprechen darüber, was bei der Arbeit los ist, wie es der Familie geht, welche Entscheidung gerade ansteht, wohin der nächste Urlaub führt oder was seit dem letzten Treffen passiert ist. Viele andere Fragen tauchen gar nicht erst auf, weil im Alltag schlicht der Anlass fehlt, sie plötzlich zu stellen. Dabei liegt es oft gar nicht daran, dass zu wenig Vertrauen da wäre, sondern daran, dass niemand den kleinen Impuls gibt, durch den ein Gespräch für einen Moment einen anderen Weg nimmt.

Genau dafür sind die Karten gedacht.

Sie sollen nicht jedes Gespräch automatisch besonders tief oder bedeutungsvoll machen und genauso wenig eine bestimmte Art von Antwort erzwingen. Vielmehr geben sie Gedanken und Themen einen Platz, die sonst leicht untergehen, obwohl sie längst da sind.

Was das mit meiner Arbeit bei find YOUR felicity zu tun hat

Je länger mich das Kartenset begleitet, desto deutlicher erkenne ich auch die Verbindung zu meiner eigentlichen Arbeit, obwohl beides auf den ersten Blick vielleicht gar nicht unmittelbar zusammengehört.

Wenn ich mit einer Kundin* an ihrem Personal Branding, ihrer Positionierung oder ihrer Homepage arbeite, beginne ichnicht mit Farben, einem Logo oder einer fertigen Seitenstruktur. Zuerst möchte ich verstehen, was bereits vorhanden ist, welche Erfahrungen ihre Arbeit geprägt haben, welche Werte sich durch Entscheidungen ziehen, welche Stärken vielleicht so selbstverständlich geworden sind, dass sie selbst sie kaum noch wahrnimmt, und warum Kund*innen ausgerechnet ihre Art der Zusammenarbeit schätzen.

Erst aus diesen Antworten entsteht der rote Faden, der später in einem Branding oder auf einer Homepage sichtbar werden kann.

Genau deshalb glaube ich auch nicht, dass gute Fragen dadurch weniger wichtig werden, dass wir heute auf vieles innerhalb weniger Sekunden eine Antwort bekommen können. Tools können Informationen strukturieren, Ideen liefern und mir Aufgaben abnehmen, was ich selbst sehr gerne nutze, weil dadurch an anderer Stelle mehr Zeit für Zuhören, Analyse und echte Auseinandersetzung entstehen kann.

Eine schnelle Antwort und ein Reflexionsprozess sind trotzdem zwei unterschiedliche Dinge, denn manche Fragen dürfen länger bleiben, bevor überhaupt klar wird, was sie mit einem machen.


Warum inzwischen auch ein Wald zu diesem Projekt gehört

Der Gedanke mit den Bäumen war 2018 noch nicht Teil meiner ersten Notizen und auch beim ersten Crowdfunding gab es diese Verbindung noch nicht in der Form, in der sie heute zum Kartenset gehört.

Sie ist erst später entstanden, weil ich selbst immer wieder merke, wie sehr sich mein Kopf verändert, sobald ich im Wald bin.

Wenn mein Alltag voll ist und viele Dinge gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangen, merke ich dort häufig erst, wie viel vorher eigentlich in meinem Kopf los war. Natürlich wartet zwischen den Bäumen keine fertige Lösung und ein Spaziergang beantwortet nicht automatisch jede Frage, aber das Tempo verändert sich, wodurch Gedanken wieder mehr Platz bekommen.

Manches sortiert sich dadurch, manches lässt sich plötzlich aus einem anderen Abstand betrachten und anderes darf einfach eine Weile da sein, ohne dass sofort entschieden werden muss, was daraus werden soll.

Irgendwann wurde mir klar, dass genau darin die Verbindung zwischen dem Wald und meinem Kartenset liegt.

Wald schafft Raum im Kopf – die Karten schaffen Raum für Gedanken und Gespräche.

Für jedes verkaufte Kartenset wird deshalb über iPlantATree.org in Deutschland ein Baum gepflanzt, sodass aus vielen einzelnen Bäumen Stück für Stück ein naturnaher Mischwald entstehen kann.

Gerade wenn ich heute auf die inzwischen achtjährige Geschichte dieses Projekts zurückblicke, bekommt dieser Gedanke für mich noch eine weitere Ebene, denn auch bei diesem Kartenset war lange nicht sichtbar, was einmal daraus werden würde.

Ein Baum wird nicht am Tag nach dem Pflanzen zum Wald und genauso muss eine Idee nicht beim ersten Versuch funktionieren, damit sie es wert ist, weitergetragen zu werden.

Ein Kartenset, das verbindet

  • Aus einer ersten Frage im Jahr 2018 wurden mit der Zeit mehr als 100 gesammelte Fragen,

  • aus denen ich 2021 gemeinsam mit zwei anderen selbstständigen Frauen die 50 stärksten ausgewählt habe.

  • Aus einem Arbeitsbuch über achtsames Zeitmanagement wurde durch meine Erkrankung zunächst gar nichts

  • und später eine vollkommen neue Idee.

  • Aus dieser Idee entstand 2023 ein erstes Kartenset und ein Crowdfunding, das sein Mindestziel nicht erreicht hat,

  • bevor daraus wiederum drei Jahre später der Entschluss gewachsen ist, es noch einmal zu versuchen.

Diese Geschichte hätte ich vor acht Jahren niemals so planen können und genau deshalb gehört heute auch jeder dieser Umwege für mich dazu.

Das Kartenset bekommt mit der Begleitung durch sheBOOST eine zweite Chance, um endlich dort anzukommen, wo es für mich hingehört: bei den Menschen, die die Karten miteinander oder für sich selbst verwenden. Bis zum 15. November kannst du Teil davon werden.

Du kannst dir ein Kartenset für dich selbst sichern, es zu Weihnachten an einen Menschen verschenken, mit dem du gerne einmal andere Gespräche führen möchtest, oder den Link an jemanden weitergeben, bei dem du beim Lesen dieses Artikels gedacht hast.

Mit jedem verkauften Set bekommt gleichzeitig ein weiterer Baum seinen Platz in dem Wald, der Stück für Stück entstehen soll.


Ich bin sehr gespannt darauf, welche dieser 50 Fragen irgendwann an welchem Küchentisch landet, welche Antwort vielleicht erst Tage später weiterarbeitet und welche Gespräche dadurch entstehen werden, von denen ich vermutlich nie erfahren werde.

Wer weiß, vielleicht überrascht dich am Ende nicht die Frage, sondern die Antwort.

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Was du von einer Zusammenarbeit mit mir erwarten kannst und was nicht